Robert Koch wurde heute vor 183 Jahren, am 11. Dezember 1843, im Harz geboren. Er hatte 12 Geschwister. Sein Vater war Bergmann. Robert Koch studierte Medizin und wurde schon mit 23 Jahren Arzt. Danach arbeitete er zunächst als Landarzt und in Krankenstationen der Armee.
Ein junger Arzt macht eine Entdeckung
Robert Koch interessierte sich schon früh für ansteckende Krankheiten, die er auch aus seiner Arztpraxis kannte. Mit 33 Jahren gelang ihm eine sensationelle Entdeckung: Er konnte nachweisen, dass ein winziger Erreger, ein so genannter Mikroorganismus, eine Infektionskrankheit auslöst. Die Krankheit, bei der ihm diese Entdeckung gelang, heißt Milzbrand. Sie ist für Menschen und Tiere sehr gefährlich.
Der Kampf gegen die "Weiße Pest"
1880 wurde Robert Koch an das Kaiserliche Gesundheitsamt in Berlin berufen. Dort gelang ihm zwei Jahre später eine Entdeckung, die ihn schlagartig weit über Deutschland hinaus bekannt machte: Der Nachweis des Tuberkulose-Bakteriums. Zu dieser Zeit starb einer von sieben Menschen an dieser gefährlichen Krankheit, die darum auch als "Weiße Pest" bezeichnet wurde. Der Name erinnerte an die Pest, die im Mittelalter viele tausend Menschen getötet hatte. Robert Koch konnte zeigen, wie ein Bakterium Tuberkulose übertrug. Die Suche nach einer Heilungsmöglichkeit für die Krankheit, die vor allem jüngere Menschen traf, beschäftigte Robert Koch sein ganzes weiteres Leben. 1905 bekam er für die Entdeckung des Tuberkulose-Erregers den Nobelpreis für Medizin verliehen.
Bild vergrößern © picture alliance/Everett Collection
Robert Koch sitzt 1891 inmitten von jungen Forschern, die bei ihm Bakteriologie (Wissenschaft über Bakterien) studiert haben. Nur Männer sind auf dem Bild zu sehen - erst neun Jahre später konnte die erste Frau an einer deutschen Universität ihr Studium beginnen.
Ein Institut für ansteckende Krankheiten
Robert Koch wurde einer der berühmtesten Mediziner weltweit. In seinen Laboren entstand an Mikroskopen eine ganz neue Art der Medizin, die Bakteriologie. Wenige Jahre nach der Entdeckung des Tuberkulose-Erregers gelang ihm auch noch der Nachweis der Übertragung der Cholera durch winzige Erreger. Die Cholera war in dieser Zeit die am meisten gefürchtete ansteckende Krankheit. Immer wieder fielen ihr Tausende von Menschen zum Opfer. Robert Koch erhielt ein eigenes Forschungsinstitut für seine Arbeit in Berlin. Das war das "Königlich Preußische Institut für Infektionskrankheiten". Viele seiner Mitarbeiter und Schüler wurden selbst berühmte Mediziner.
Ein dunkles Kapitel: Experimente in Afrika
Jedes Jahr unternahm Koch mit einem Forschungsteam mehrmonatige Expeditionen in alle Welt, um Tropenkrankheiten zu erforschen. Heute werden diese Forschungen sehr kritisch gesehen. Denn bei der Erforschung der Schlafkrankheit in Afrika führten Robert Koch und seine Mitarbeiter Experimente an Menschen durch. Bei diesen Experimenten wurden auch dauerhafte Schäden der Patienten in Kauf genommen.
Das "Robert-Koch-Institut"
1900 erhielt Robert Kochs Institut in Berlin ein eigenes großes Gebäude. Dort gab es sogar Ställe für Pferde, Kamele und andere Tiere, die dort für medizinische Forschungen gehalten wurden. Als Robert Koch am 27. Mai 1910 starb, wurde seine Urne in einem eigens für ihn errichteten Mausoleum in seinem Institut beigesetzt. 1912 wurde das Institut umbenannt in "Königlich-Preußisches Institut für Infektionskrankheiten Robert Koch". 1942 erhielt es den Namen "Robert-Koch-Institut". Die wichtigsten Aufgaben des Instituts sind heute die Bekämpfung von Infektionskrankheiten und die Beobachtung der Gesundheitsentwicklung der Bevölkerung in Deutschland.