Käthe Kollwitz zählt zu den bekanntesten deutschen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie hat beeindruckende Bilder gemalt und Skulpturen hergestellt.
Ausbildung zur Künstlerin
Käthe Kollwitz, die vor ihrer Hochzeit Käthe Schmidt hieß, wurde heute vor 159 Jahren, am 8. Juli 1867, in Königsberg geboren (heute gehört diese Stadt zu Russland und heißt Kaliningrad). Ihr Vater entdeckte früh das künstlerische Talent seiner Tochter und förderte es: Schon mit 14 Jahren wurde Käthe von Künstlern unterrichtet und lernte das Kunsthandwerk an verschiedenen Schulen.
Familie und erste Erfolge
Mit 24 Jahren heiratete Käthe Schmidt den Arzt Karl Kollwitz. Gemeinsam zogen sie nach Berlin und bekamen dort zwei Söhne. Das Leben in der Großstadt, insbesondere die Armut vieler Menschen, die nur gerade das Nötigste zum Leben hatten, beeinflusste die Künstlerin in ihrer Arbeit. In ihren Werken verarbeitete sie das Gesehene und Erlebte – hungernde Kinder und sozial benachteiligte Menschen sind Thema in vielen ihrer Kunstwerke. Ihr Bild „Ein Weberaufstand“ machte Kollwitz bekannt. Es wurde 1898 auf der Großen Berliner Kunstausstellung gezeigt und Jury sowie Öffentlichkeit waren begeistert. Kaiser Wilhelm II. aber wollte ihr keine besondere Anerkennung aussprechen, da er die Leistung einer Frau nicht würdigen wollte.
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"Deutschlands Kinder hungern"-Plakat von 1924 von Käthe Kollwitz.
Mit Kunst Probleme aufzeigen
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Käthe Kollwitz Denkmal „Die trauernden Eltern“, das auf dem Soldatenfriedhof in der Nähe von Ostende (Belgien) steht. Dort wurde auch ihr Sohn begraben.
Im Nationalsozialismus verboten
Ihr politisches Engagement in der internationalen Friedensbewegung und Arbeiterbewegung kam gezwungenermaßen zum Ende, nachdem 1933 die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland übernahmen. Käthe Kollwitz musste aus der Preußischen Akademie der Künste austreten. Ab 1935 konnte sie kaum mehr ihre Werke ausstellen und man drohte ihr mit Haft im Konzentrationslager.
Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs starb Käthe Kollwitz im Alter von 77 Jahren. Heute kann man viele ihrer Werke in den Käthe-Kollwitz-Museen in Köln und Berlin bewundern. Viele Schulen und Straßen sind nach der Künstlerin benannt.