Der GAU
Es war eine unvorstellbare Katastrophe, die sich heute vor 40 Jahren ereignete. In Tschernobyl, einer mittelgroßen Stadt in der Ukraine, explodierte am 26. April 1986 einer der Atomreaktoren des dortigen Atomkraftwerkes. Eine gewaltige Menge an Radioaktivität wurde freigesetzt.
Schlimme Folgen
Länder, Flüsse, Wälder und Luft weit über die Stadt und das Land hinaus wurden radioaktiv verseucht. Mehr als 32.000 Menschen starben an den Folgen dieses schrecklichen Unfalls. Mehr als 400.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen, um der Verstrahlung zu entgehen. Bis heute leiden viele Menschen an Krankheiten, die durch die radioaktive Verseuchung verursacht wurden.
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Das Kernkraftwerk Tschernobyl im November 2016: Eine Schutzhülle soll den Austritt radioaktiver Stoffe verhindern.
Radioaktive Verstrahlung auch in Deutschland
Auch in Deutschland wurden die Folgen des Reaktorunglücks schnell spürbar. Viele Äcker wiesen so hohe Strahlungen auf, dass man nicht mehr alles ernten konnte. Und bis heute raten Fachleute davon ab, in bestimmten Wäldern Pilze zu sammeln und zu verzehren, weil sie immer noch verstrahlt sind.
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Bodenproben ergaben auch in Deutschland deutlich erhöhte radioaktive Werte nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl. Darauf macht die Aufschrift auf einem Haus aufmerksam.
Risiko Atomkraft
Mit dem Unfall in Tschernobyl wurde vielen Menschen bewusst, wie gefährlich Atomunfälle sein können. Nach Tschernobyl ist in Deutschland die Auseinandersetzung darüber, ob man die Atomkraft weiterhin nutzen soll, besonders heftig entbrannt. Nach einem weiteren schweren Unfall in Japan beschloss der Deutsche Bundestag 2011 das Ende der Atomkraft in Deutschland. 2023 wurden die letzten Atomkraftwerke abgeschaltet.